Endlich wieder zu Hause

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Endlich wieder zu Hause

Ende Juni 2011 bemerkten wir, dass Balou nur tröpfchenweise Urin lassen konnte. Einen Tag später ging gar nichts mehr. Da Balou ein "Freigänger" ist, bemerkt man so was nicht immer gleich.

Da unser Tierarzt gerade im Urlaub war, sind wir mit der Tierland-Ente "mit Blaulicht nach Marienberg in die Tierklinik gedüst.

Wenn nur nicht immer diese fetten Wohlstandsautos im Weg herumfahren würden!

Die Blase war schon am platzen - und dann ging alles ganz schnell. NarkoseKatheter - danach erst wurde dann eine Ultraschalluntersuchung der Blase durchgeführt - die Blase war voller Steine.

Balou musste in der Tierklinik bleiben. Die Blase wurde mehrmals gespült und er bekam Infusionen.

Nach 6 Tagen konnten wir ihn wieder abholen - mit der Auflage, ein Spezialfutter zu füttern. Nach 4 Tagen hatten wir wieder das gleiche Problem - nochmal Tierklinik, nochmal Narkose und Katheter.

Diesmal stellte sich heraus, dass unser kastrierter Kater noch einen Hoden hatte - laut Tierärztin befand sich dieser im Bauchraum und wurde operativ entfernt.

Nach drei Tagen konnten wir unseren Balou nun endlich wieder nach Hause holen. 

Seitdem fühlt er sich sichtlich wesentlich wohler als je zuvor.

Das Struvitsteine durch Fütterung von Trockenfutter begünstigt werden, wird im Internet an verschiedensten Stellen hervorgehoben - Balou wurde früher mit Trockenfutter gefüttert und hatte die Steine wahrscheinlich schon, als er Ende 2010 zu uns kam --> siehe hier


An dieser Stelle möchte ich kurz auf Vor- und Nachteile von Trockenfutterfütterung bei Hund und Katze eingehen.

 

Zum Thema Trockenfutter

Immer mehr Hunde- und Katzenhalter füttern ihrem vierbeinigen Liebling Trockenfutter - die Regale sind voll, die Vielfalt ist schier unendlich.
Trockenfutter wird u.a. von vielen Züchtern und Tierärzten empfohlen. Außerdem hat Trockenfutter für Frauchen und Herrchen sehr viele Vorteile: Es ist leicht zu transportieren und aufzubewahren, Trockenfutter ist auch im geöffneten Zustand lange haltbar, kann den ganzen Tag im Futternapf verbleiben ohne zu verderben, die Futternäpfe sind leicht zu reinigen, Trockenfutter ist sauber in der Anwendung, die Verpackung ist leicht zu entsorgen, Trockenfutter ist die ideale Versorgung auf Reisen.
Trockenfutter-Fütterung macht das Leben für Herrchen und Frauchen leichter und reduziert den Arbeitsaufwand auf ein Minimum. Das macht Trockenfutter scheinbar zu einem idealen Futtermittel.

Für Hunde und Katzen hat Trockenfutter jedoch keinerlei Vorteile, ganz im Gegenteil.

Trockenfutter Nachteile:

  • ständiger Wassermangel (Dehydrierung - ein erwachsener Schäferhund müsste tägl. ca. 4 - 4,5 Liter Wasser saufen!)
  • sehr schwer verdaulich
  • mit einer Verwertbarkeit von 30 - 40% rangiert Trockenfutter an der untersten Stelle - Hohe Belastung der inneren Organe durch extrem viele Zusatzstoffe
  • Trockenfutter ist konserviert bzw. präpariert, damit zählt Trockenfutter zu den extrem denaturierten Nahrungsmitteln (nicht mit Lebensmitteln zu verwechseln)
  • Gefahr von Milbenbefall
  • Gefahr der Magendrehung (Trockenfutter liegt wie ein Klumpen Blei im Magen) - Wenn nicht sofort ein kompetenter Tierarzt zur Stelle ist, stirbt der Hund einen qualvollen Tod - und selbst wenn er gerettet wird ist dieser Hund nie wieder der Gleiche, er ist für sein ganzes restliches Leben gezeichnet (mir persönlich ist ein Fall von einem weissen Schäferhund bekannt - eine sehr traurige Geschichte). 

Kürzlich traf ich einen alten Bekannten der seinen Schäferhund nach 1 - 2 Jahren ständigen Krankseins mit acht Jahren verloren hatte. Zuletzt, so berichtete er mir, war es dem Tierarzt nicht mehr möglich Blut zu nehmen - das Blut war zu dickflüssig. Die Ursache von diesem Dilemma war laut Tierarzt die alleinige Fütterung von Trockenfutter.

Zu DDR - Zeiten, war es keine Seltenheit, dass ein Schäferhund 16, 18, 20 Jahre alt wurde. Zum Bsp. in Markersbach wurde ein Schäferhund über 20 Jahre - er wurde ausschließlich von Resten aus der Schulküche ernährt.

Heute zählt mancher Schäferhund mit 6 Jahren schon zu den Senioren - viele sterben vor Vollendung des 1. Lebensjahrzehnts.

 

Unsere Buchempfehlung -  "Katzen würden Mäuse kaufen. Schwarzbuch Tierfutter" von Hans-Ulrich Grimm.

Wer nichts weiß, muss alles glauben.      Marie von Ebner-Eschenbach